Giftspinnen aus Chile tauchen in Tübingen auf, aus einer Stammzellspende wird eine Freundschaft, Bauarbeiter kommen auf einer Baustelle in Horb ums Leben - im vergangenen Jahr ist viel passiert in der Region. Diese guten, schlimmen, kuriosen und tierischen Nachrichten wurden 2025 besonders oft und intensiv gelesen:
Die guten Nachrichten des Jahres
Zwei Narren aus Unterjesingen bei Tübingen haben am Rosenmontag ein Zugunglück verhindert. Ein Bus war beim Wenden an einem Bahnübergang auf die Gleise geraten. Und das, als sich die Schranken schon schlossen. Die beiden Männer haben innerhalb weniger Sekunden gehandelt und so wahrscheinlich Schlimmes verhindert.
Bus war zwischen Schranken gefangen "Höchstens 30 Sekunden Zeit": Narren verhindern Zugunglück in Unterjesingen
Zwei Männer haben in Unterjesingen bei Tübingen ein Zugunglück verhindert. Ein Bus steckte am Rosenmontag auf einem Bahnübergang fest. Die beiden Männer griffen beherzt ein.
Eine weitere Geschichte mit gutem Ende, die viele in diesem Jahr berührt hat: Ein Mann aus Dettenhausen (Kreis Tübingen) ist vor Jahren an Blutkrebs erkrankt. Noch heute hat er eine ganz besondere Beziehung zu einem Kölner, der ihm das Leben gerettet hat.
Emotionales Treffen Nach Blutkrebs-Erkrankung einen Stammzellenspender gefunden: Sieben Jahre später ist daraus eine Freundschaft geworden
Die Verbindung zwischen Spender Oktay Kasap und Empfänger Wolfgang Koring ist intensiv, auch sieben Jahre nach der Stammzellenspende. Bei ihrem Wiedersehen wird es emotional.
Eine Erfolgsgeschichte war 2025 die gemeinsame Gartenschau von Freudenstadt und Baiersbronn im sogenannten Tal X. Viele gemeinsame Erlebnisse während der knapp fünf Monate dauernden Schau haben laut den Machern zu einem ganz neuen Gemeinschafts- und Wir-Gefühl der beiden Städte geführt. Und es kamen auch deutlich mehr Besucher als erwartet.
Spielplätze und Erholungsorte bleiben "Tal X": Letzter Tag bei der Gartenschau Freudenstadt Baiersbronn - Was bleibt?
Die Veranstalter ziehen eine durchweg positive Bilanz: Mehr als 480.000 Besucher waren da, auch das "Wir-Gefühl" der Städte sei gestärkt. Was bleibt von der Gartenschau?
Wer macht denn sowas? Ärgerliches im Jahr 2025
Wer macht sowas und vor allem warum? Diese Frage musste man sich nicht nur einmal stellen. Zum Beispiel, als ein 19-Jähriger mitten in der Nacht einen Sportplatz in einem Mössinger Ortsteil mit dem Auto zerstört hat. Wenigstens stellte sich etwas später heraus, dass es wohl nicht ganz so viel kosten wird, den Platz zu sanieren, als zunächst angenommen.
Verein muss Notfallpläne machen Sportplatz verwüstet: Mehrere Hunderttausend Euro Sachschaden
Es muss in der Nacht oder am frühen Samstagmorgen passiert sein. Ein Unbekannter hat mit seinem Auto den Sportplatz in Mössingen-Belsen unbespielbar gemacht.
Ein Abistreich in Rottenburg ist im Sommer gehörig schief gelaufen. Es war viel Farbe im Spiel - blöderweise wasserunlösliche. In ihren Ferien haben die Schüler dann nach dem missglückten Scherz gemalert und konnten ihre Schule damit nicht so schnell verlassen, wie sie es nach der Abifeier wohl gerne getan hätten.
Keine Ferien für die Abiturienten Nach misslungenem Abistreich in Rottenburg: Schüler übermalen Sprüche an den Wänden
Am Montag haben die Rottenburger Abiturienten mit der Schadensbegrenzung nach ihrem Abistreich begonnen. Sie müssen 1.000 Quadratmeter Wandfläche übermalen.
Auf einer Obstbaumwiese in Albstadt-Onstmettingen waren dreiste Diebe unterwegs. Sie haben 30 Bäume einfach abgeerntet. Aus den Äpfeln wollte der Obst- und Gartenbauverein eigentlich mit Schulkindern Saft pressen.
Verein ist enttäuscht Alle Äpfel von Obstwiese in Onstmettingen geklaut
Verärgert und enttäuscht ist der Obst- und Gartenbauverein Onstmettingen. Denn fast alle Äpfel seiner Obstwiese sind geklaut worden. Der Plan war, mit Schulkindern Saft zu pressen.
Eine Frau ist im Sommer in Spaichingen (Kreis Tuttlingen) zweimal am frühen Morgen in Nachbars Garten geschlichen. Dort hat sie Regenwasser aus der Tonne geklaut. Der Wert: ungefähr 15 Cent. Die Polizei hat ermittelt, und es hat sich die Frage gestellt: Wem gehört eigentlich das Regenwasser, das vom Himmel fällt?
Wem gehört eigentlich ein Regentropfen? Spaichingen: Frau soll Regenwasser im Wert von 15 Cent geklaut haben - Polizei ermittelt
In Spaichingen ermittelt die Polizei gegen eine Frau, weil sie einem Nachbarn Wasser aus der Regentonne gestohlen haben soll. Die Frage: Wann wird ein Regentropfen Privatbesitz?
Tierische Nachrichten von Spinnen, Katzen und invasiven Ameisen
2025 haben auch mehrere Tiergeschichten die User interessiert. Die meisten Protagonisten dieser Geschichten waren ursprünglich nicht in der Region heimisch. Ameisen in Tübingen etwa. Anwohner haben sich dort einen wochenlangen Kampf mit invasiven Tapinoma-Ameisen geliefert. Die Ameisen aus dem Mittelmeerraum haben vorerst verloren:
Tapinoma-Ameisen nicht mehr zu sehen Anwohner in Tübingen kämpfen erfolgreich gegen invasive Ameisen - es krabbelt nicht mehr
Invasive Tapinoma-Ameisen sind vielerorts eine Plage. In Tübingen wurden sie jetzt erfolgreich bekämpft - erst mit kochend heißem Wasser, dann mit einem Hochdruckreiniger.
Auch andere, sehr spezielle Krabbeltiere sind in diesem Jahr in Tübingen aufgetaucht: mehr als 20 chilenische Spinnen. Die Tiere sind nicht nur giftig, sie wurden auch das erste Mal in Deutschland gesichtet, und zwar in einem Keller der Tübinger Universität. Aber nicht nur in einem:
Experte gibt aber Entwarnung Uni Tübingen: Verdacht von weiteren chilenischen Spinnen bestätigt
In Tübingen ist in einem weiteren Unigebäude die giftige Einsiedlerspinne gefunden worden. Ein Experte gibt Entwarnung. Der Biss ist äußerst selten und die Tiere sind sehr scheu.
Darum, wie schwer es sein kann, eine Katze, einen Hund oder ein anderes Haustier aus dem Tierheim zu adoptieren, ging es in diesem Artikel:
Tübingerin will Katze und bekommt nur Absagen Volle Tierheime und doch kein neues Zuhause: Warum eine Adoption oft scheitert
Viele wollen eine Katze aus dem Tierheim, doch nicht jeder bekommt eine. Und das, obwohl Tierheime oft überfüllt sind. Warum Vermittlungen scheitern und was man wissen sollte.
Bewegende Gerichtsverfahren
Richter und Richterinnen in der Region mussten sich in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Fällen befassen. Manche von ihnen bewegen die Verfahrensbeteiligten und natürlich auch die Leser und Leserinnen mehr als andere.
Am Landgericht Hechingen wurde eine Mutter aus Albstadt verurteilt. Sie hatte im Badezimmer ihrer Wohnung heimlich und allein ein Kind zur Welt gebracht. Anschließend legte sie das Baby in die Waschmaschine. Ihr Lebensgefährte wusste nichts von dem Kind und stellte die Maschine an. Das Baby starb.
Urteil lautet Totschlag Baby in Waschmaschine gesteckt: Mutter muss fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis
Im Prozess am Landgericht Hechingen um ein in der Waschmaschine getötetes Baby ist das Urteil gefallen. Eine 35-jährige Frau aus Albstadt muss wegen Totschlags in Haft.
In einem Freizeitbad in Albstadt ist ein fünfjähriges Mädchen ertrunken. Die Mutter hatte nicht gut genug auf das Kind aufgepasst. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen fahrlässiger Tötung. Das Verfahren wurde aber eingestellt.
Fünfjährige im Becken ertrunken Badeunfall in Albstadt: Verfahren gegen Mutter wegen fahrlässiger Tötung eingestellt
Eine Mutter hatte mit ihren Kindern ein Freizeitbad in Albstadt besucht. Ein Badegast fand ihre Tochter später leblos im Becken. Jetzt wurde das Verfahren gegen die Mutter eingestellt.
Das Amtsgericht Tübingen hat einen Mann wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Er war mit Alkohol im Blut und viel zu schnell nachts auf einer Straße in Gomaringen (Kreis Tübingen) unterwegs. Dort hat er einen 14-jährigen Radfahrer überfahren. Der Junge starb, dem Fahrer wurde der Prozess gemacht:
Angeklagter würde gerne Zeit zurückdrehen Betrunken und zu schnell: Autofahrer nach Tod eines 14-jährigen Radfahrers verurteilt
Er war mit 150 Kilometern pro Stunde unterwegs: Das Amtsgericht Tübingen sieht es als erwiesen an, dass ein Autofahrer schuld am Tod eines 14-jährigen Pedelecfahrers ist.
Zwei Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamts Reutlingen standen 2025 ebenfalls vor Gericht. Die Frauen wurden jedoch freigesprochen. Das Gericht musste die Frage klären, ob sie zwei kleine Kinder ausreichend geschützt haben.
Mutter wegen Kindesmisshandlung in Haft Verwahrloste Kinder waren über Monate sich selbst überlassen: Gericht spricht Mitarbeiterinnen von Jugendamt frei
Die Angeklagten haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, urteilte das Amtsgericht Reutlingen. Die Staatsanwältin hatte neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert.
Unfälle, die Menschen beschäftigt haben
Bei einem Autounfall in Waldachtal (Kreis Freudenstadt) sind ein Mann und sein Baby gestorben. Die zweijährige Tochter wurde schwer verletzt, überlebte aber. Der 37-Jährige hatte zuvor seine Frau getötet und war absichtlich in den Gegenverkehr gefahren.
Mann brachte Lebensgefährtin um und fuhr in Gegenverkehr Nach tödlichem Autounfall in Waldachtal: Zweijährige aus Koma erwacht
Erst soll ein Mann seine Partnerin getötet haben, danach sind er und sein Baby bei einem Autounfall gestorben. Eine Zweijährige hat überlebt - sie ist jetzt aus dem Koma erwacht.
Auf der Großbaustelle an der Hochbrücke in Horb sind drei Bauarbeiter gestorben. Sie stürzten mit einer Gondel in die Tiefe, weil das Seil gerissen ist.
Baustelle bleibt mehrere Tage geschlossen Drei Tote bei Unfall an Brückenbaustelle in Horb: Gondelseil gerissen
Auf der Großbaustelle an der Hochbrücke in Horb sind am Dienstag drei Bauarbeiter gestorben. Sie stürzten mit einer Gondel in die Tiefe. Jetzt ist klar: Das Seil ist gerissen.
Ein Mann hat in Wannweil (Kreis Reutlingen) versucht seinen Hund zu retten, der auf die Bahngleise gesprungen ist. Der Mann hat nicht gesehen, dass bereits ein Zug in der Nähe war. Beide wurden überfahren und starben.
Hundehalter und Tier sterben Tödlicher Unfall in Wannweil: Mann will Hund von Bahngleis retten und wird von Zug erfasst
Beim Versuch, seinen Hund zu retten, sind ein Hundehalter und der Hund gestorben. Der Mann hatte versucht, das Tier am Bahnhof Wannweil (Kreis Reutlingen) von den Gleisen zu holen.
Bei Bosch in Reutlingen sind zwei Männer Anfang des Jahres bei einem Gasunfall gestorben. Aus einer Flasche war Gas ausgetreten. Die Männer waren Mitarbeiter einer Fachfirma und hatten den Grund für ein Leck gesucht, als es zu einer Explosion kam.
Zwei Menschen sterben bei Explosion Ermittlungen zu tödlichem Gasunfall bei Bosch in Reutlingen dauern an
Bei Bosch in Reutlingen ist es am Dienstagmorgen zu einem Gasunfall gekommen. Zwei Menschen wurden getötet. Die Polizei rechnet erst in einigen Tagen mit Ermittlungsergebnissen.
Personen in der Region Neckar-Alb, über die 2025 viel gesprochen wurde
Nicht nur Ereignisse sorgten 2025 für Gesprächsstoff. Es gab auch Menschen, für die sich die SWR-User besonders interessiert haben. Vorneweg der Burladinger Unternehmer Wolfgang Grupp, der in diesem Jahr einen Suizidversuch öffentlich gemacht hat.
Ex-Trigema-Chef appelliert an Betroffene: "Lassen Sie sich helfen!" Wolfgang Grupp berichtet von Suizidversuch: "Ich leide an Altersdepressionen"
Wolfgang Grupp liegt im Krankenhaus. Nun ist öffentlich geworden, dass der frühere Trigema-Chef versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Er bedauere den Suizidversuch.
Wenig überraschend, haben auch viele Leute verfolgt, was Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) sagt und tut. 2025 war das vor allem seine Debatte mit AfD-Landeschef Markus Frohnmaier - und, was diese Veranstaltung in Tübingen gekostet hat.
Anfrage der Tübinger SPD-Landtagsabgeordneten bringt Klarheit Palmer spricht mit Frohnmaier: Polizeieinsatz bei AfD-Debatte kostete über 400.000 Euro
Der Polizeieinsatz rund um die Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister Palmer und AfD-Landeschef Frohnmaier hat über 400.000 Euro gekostet. Das zeigt eine Landtagsanfrage.