Grundsätzliches für KI-Einsteiger
Ich habe für diesen Artikel meine ersten KI-Versuche in Sachen Ernährung gemacht - und war überrascht, wie nützlich und lehrreich die KI sein kann. Letztendlich gibt es weniger Einschränkungen, als ich vermutet hatte.
Doch vorab für KI-Einsteiger einige Hinweise:
Es gibt verschiedene KI. Die KI kann sowohl webbasiert im Browser genutzt werden als auch direkt als App.
Die Anfragen können diktiert werden. Die KI transkribiert sie und gibt sekundenschnell geschriebene Antworten. Oder ich rede direkt mit der KI. Dann antwortet sie - oder er, wer eine männliche Stimme bevorzugt - ebenfalls per Audio und transkribiert die Unterhaltung parallel. Wer anstelle des vertrauten Geplauders mit der KI etwas Distanz bevorzugt, kann die Anfrage auch ganz klassisch tippen.
Je genauer ich meine Anfrage formuliere, desto detaillierter ist das Ergebnis. Wenn es noch nicht zufriedenstellend ist, dann schärft die KI umgehend nach, in Sekundenschnelle. Das hat mich tatsächlich beeindruckt.
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KI ist ein Stromfresser
KI-Anfragen sind sehr energieintensiv. Wer Energiesparen will, überlegt also besser genau, ob die KI nötig ist oder ob eine klassische Anfrage in der Suchmaschine reicht. Eine einfache Indexabfrage benötigt nur ein Zehntel oder gar nur ein Zwanzigstel des Stroms, den eine KI braucht. Denn dafür sind keine Milliarden Rechenoperationen nötig.
Die KI hat mir verraten, dass sie für eine einzige Anfrage in etwa so viel Strom wie mein Wasserkocher braucht, wenn ich mir Teewasser aufsetze.
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Den Speiseplan für eine Woche mit KI erstellen
Meine Anfrage: Erstelle die Übersicht eines Wochenplans für eine Person mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, der ausschließlich vegetarische Gerichte enthält und Lebensmittel mit einem hohen Eisengehalt.
Der Wochenplan kommt prompt und ist abwechslungsreich. Besonders gefallen hat mir, dass die KI direkt noch kurze zusätzliche Tipps liefert, dass etwa Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert.
Auch eine Übersicht pflanzlicher Eisenlieferanten liefern einige KIs mit. Das finde ich gut für alle, die das nicht sowieso wissen. Denn so sickert diese Info vielleicht so ganz nebenbei ins Hirn und kann beim nächsten Einkauf direkt mit berücksichtigt werden.
Auch weitere Anpassungen des Plans sind kein Problem. Die KI kann etwa Unverträglichkeiten berücksichtigen. Sie kann ausschließen, was ich nicht mag. Sie kann den Plan klimafreundlich oder mit günstigen Lebensmittel gestalten.
Tipps der KI: Sparen beim Einkauf der Lebensmittel
Schön, dass die KI quasi mitdenkt und passende Tipps liefert. Als sie meinen Wochenplan an ein kleines Budget anpassen soll, tut sie das, rechnet sogar aus, wie viel Geld ich damit pro Woche sparen kann und gibt zusätzliche Spartipps.
Sie empfiehlt bei trockenen, lagerfähigen Lebensmitteln Großpackungen. Sie weiß sogar, dass Brokkoli als Tiefkühlkost günstiger ist als frisches Gemüse. Das stimmt.
Beim Spar-Tipp mit den günstigen Kürbiskernen zeigt sich aber ihre Beschränktheit: Sonnenblumenkerne sind preiswerter. Doch die empfiehlt sie nicht, weil Sonnenblumenkerne minimal weniger Eisen enthalten als Kürbiskerne. Das ist vernachlässigbar. Aber das weiß die KI nicht.
Außerdem fehlt mir die Einordnung, dass nur ein Teil des enthaltenen pflanzlichen Eisens von unserem Körper aufgenommen werden kann. Das berücksichtigt die KI auch nicht, als ich sie die entsprechenden Nährwerte im Wochenplan berechnen lasse. Erst als ich sie explizit dazu auffordere, kriege ich realistische Werte und Hinweise. - Dass es diese Einschränkung gibt, weiß ich nur, weil ich mich auskenne.
Fazit: Die KI ist manchmal ungenau. Nicht schlimm, solange nichts dranhängt. Doch wer auf genaue Angaben angewiesen ist, wie etwa Schwangere oder Diabetiker, muss die Lücken und Ungenauigkeiten selbst im Blick haben.
Rezepte von der KI erstellen lassen
Eingabe: Erstelle für diese Gerichte Rezepte.
Das klappt wieder sehr gut. Die Rezepte sind einfach und von der KI selbst generiert, also nicht irgendwo abgeschrieben.
Bei Interesse an den Originalrezepten, kann ich mir immer die Quellen anzeigen lassen, die die KI verwendet hat.
Praktisch ist, dass die Rezepte beliebig anpassbar sind.
Ich kann der KI meine vorhandenen Lebensmittelreste nennen. Sie generiert ein Rezept damit.
Wenn ich ihr sage, dass ich aber keine Sahne habe, ersetzt sie die. Wenn ich ihr sage, dass ich Zwiebeln nicht vertrage, ersetzt sie die. Für alle, die nur ab und zu kochen, kann das sehr hilfreich sein. KI nimmt einen beim Kochen mit genauen Anleitungen auch an die Hand.
Kalorien berechnen mit KI
Das ist Foodporn mit Sinn. Denn es geht nicht einfach darum, ein Foto von meinem Essen zu machen und in den sozialen Medien zu teilen.
Es geht darum, die KI anhand des Fotos die Kalorien auf meinem Teller einschätzen zu lassen. Das kann gerade im Restaurant ganz hilfreich sein, wenn man den Überblick behalten will.
Eingabe: Wie viele kcal hat das Gericht auf dem Teller und welche Nährstoffe sind enthalten?
Und auch hier ist die KI erstaunlich gut - mit ein paar erwartbaren Einschränkungen.
Der Klassiker Schnitzel mit Pommes ist für die KI kein Problem. Sie erklärt auch, dass ihre Angaben eine Bandbreite haben, weil sie die Mengen schätzt.
Und beeindruckend: Die KI geht richtig von einem Schweineschnitzel aus, weil es die Optik hergibt. Das erklärt sie auch, als ich sie frage und bietet an mit Kalbfleisch neu zu berechnen, falls ich das wünsche.
Die Grenzen der KI beim Erkennen von Speisen
Komplizierter wird es, wenn die einzelnen Bestandteile des Gerichts nicht klar auf dem Teller auf dem Foto erkennbar sind.
So ist es bei der Poke Bowl Glückssache, ob die KI direkt eine Poke-Bowl erkennt und den Reis, der sich unter dem Grünzeug versteckt, direkt mit annimmt.
Da die KI auflistet, welche Zutaten sie annimmt, ist es kein Problem ihre Schätzung anzupassen.
Interessant wird es allerdings, wenn ich der KI ein Gericht gebe, von dem sie im weltweiten Internet keine Referenzbilder mit den entsprechenden Angaben findet.
Wunderbar würzig, einfach und schnell Weiße-Bohnen-Ragout mit Knuspertofu – Westernstyle
Dieses herzhafte Gericht schmeckt solo, mit Fladenbrot oder auch als Bestandteil einer Bowl.
Als ich ihr das Foto hier von meinem eigenen Gericht "Weiße-Bohnen-Ragout" gegeben habe, das aus weißen Bohnen und gebratenen Tofuwürfeln besteht, hat die KI daraus "Gnocchi in Tomatensauce mit Croutons" gemacht.
Und bei meiner Tomatentarte hat sie nicht erkannt, dass auf dem Foto Blätterteig statt Mürbteig zu sehen ist. Das hat erheblichen Einfluss auf die Nährwerte, weil Blätterteig deutlich mehr Kilokalorien und Fett hat. Aber nachdem ich der KI den Unterschied mitgeteilt hatte, habe ich das sofort gezeigt bekommen.
Besser klappt es wieder mit einer Kürbissuppe. Hier vermutet die KI richtig, weil im Netz viele Fotos zu finden sind. Und sie erläutert, wie sich welche Zutaten auf die Nährwerte auswirken, zum Beispiel, wenn die Kürbissuppe mit viel Sahne gekocht worden ist.
Mein KI-Highlight
Am besten hat mir gefallen, dass fast alle KIs bei den Nährwerten den Bundeslebensmittelschlüssel nutzen. Das ist die nationale Nährstoffdatenbank, die erst seit diesem Jahr überhaupt ohne Lizenz öffentlich verfügbar ist - eine Top-Quelle.
Eine KI nutzt jedoch vor allem private Seiten des Handels und von Influencern. Doch hier kann ich nicht ausschließen, dass sich Fehler bei den Nährwerten eingeschlichen haben.