Weniger Stress – mehr Dankbarkeit
Danke sagen kostet wenig und sorgt dabei für viel Positives. Wer im Hier und Jetzt aufmerksam Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck bringt, handelt gut für sich selbst und kann auch beim Gegenüber Glücksgefühle auslösen.
All zu oft sind wir mit unseren Gedanken bei den Aufgaben von morgen oder noch bei den Schwierigkeiten von gestern. Dankbarkeit kann das Werkzeug sein, uns von Stressgedanken zu befreien.
Dankbarkeit üben – ein Tagebuch kann helfen
Wir können uns mit jemandem darüber unterhalten, wofür wir dankbar sind, oder für uns selbst Dinge in ein Dankbarkeitstagebuch schreiben. Studien belegen, dass regelmäßige Dankbarkeitsübungen dem Gehirn helfen Alltagsstress abzubauen, sagt die Freiburger Familienpsychologin Nina Grimm.
Dankbarkeit ist eine der zentralsten Grundlagen für ein glückliches und zufriedenes Leben. Dass wir uns immer wieder ausrichten können auf das, was wirklich wichtig ist und die Dinge nicht als selbstverständlich hinnehmen, sondern dankbar darauf blicken. Ich denke, das ist eine sehr lohnende Grundhaltung, die maßgeblich zum Glück beiträgt.
Positive Psychologie: Dankbarkeit als Werkzeug für mehr Wohlbefinden
Anfang des 21. Jahrhunderts konnten Wissenschaftler in Kalifornien durch zahlreiche Studien die Wirkung von Dankbarkeit nachweisen und stellten auch fest: Dankbarkeit ist nicht angeboren.
Ich muss die Perspektive der anderen Personen berücksichtigen können, um Dankbarkeit überhaupt empfinden zu können. Das können wir überraschend spät, nämlich erst etwa ab dem fünften bis sechsten Lebensjahr. Und auch das ist erst eine Vorform. Wirkliche soziale Dankbarkeit hat man erst mit etwa acht Jahren.
Dankbar sein - Ein gesundes Gefühl
Dankbarkeit hilft in Krisen. Wer regelmäßig Momente der Dankbarkeit notiert, ist psychisch stärker. Warum das so ist? Wie wir ticken - der Psychologie-Podcast.
Mit Dankbarkeitsübungen besser Lob annehmen
Vielen Menschen fällt es auch als Erwachsene leichter zu danken, als selbst Dank anzunehmen. Das könne daran liegen, dass wir sehr strenge innere Stimmen haben und die Tendenz uns selbst "runterzubuttern", meinte Nina Grimm.
Häufig spricht diese Instanz aus uns heraus und erschwert es uns wirklich anzunehmen, dass sich jemand zum Beispiel über unsere geleistete Arbeit freut.
Dankbarkeit reduziert Stress und stärkt die Gesundheit
Psychologen und Neurologen konnten belegen: Dankbarkeit trägt zur mentalen Gesundheit bei. Rund 50.000 Frauen (Durchschnittsalter 79) nahmen an einer Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health teil und führten Tagebuch über ihre Dankbarkeitsempfindungen.
Drei Jahre später ergab die Auswertung: Das Sterberisiko war bei Teilnehmerinnen mit hoher Dankbarkeit fast 10 Prozent niedriger. Weitere Tests belegten, dass Dankbarkeit Stresshormone reduziert, den Blutdruck senkt, den Schlaf verbessert, das Immunsystem stärkt und die psychische Widerstandskraft steigert.